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Die Geschichte der Perücke
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Das Tragen von Perücken ist nicht etwa eine Modeerscheinung der heutigen Zeit. Die Geschichte zeigt es deutlich: die Perücke in ihren verschiedenen Formen war schon immer ein modisches Accessoire mit vielfältiger Bedeutung. Je nach Epoche wurde damit der Reichtum und das Ansehen des Trägers zur Schau gestellt. Je prunkvoller die Zeit, desto ausgefallener und pompöser die Haartracht. Die Perücke diente aber auch als Schutz vor Kälte und Wettereinflüssen und wurde in vielen Kriegen dazu benutzt, den Gegner zu beeindrucken.
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Zweithaar - neuer Modetrend?
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Der Verkauf von modischen Perücken war nach dem Boom in den Siebziger Jahren lange Zeit stagnierend. Doch ohne Zweifel ist die Zweitfrisur wieder im Kommen und scheint sich dauerhaft zu etablieren.
Dafür gibt es mehrere Gründe:
In unserer stressgeplagten Gesellschaft haben viele Frauen einfach keine Zeit mehr, sich die Haare immer wieder selbst zu machen. Viele Frisuren und Haarschnitte sind heute zwar oft sehr pflegeleicht, aber längst nicht alle Frauen haben problemloses Haar oder bevorzugen Stylings, die über den “praktischen Alltagsgebrauch” hinausgehen: Dennoch wollen sie für jede Situation gewappnet sein. Dann ist die Perücke eine wirklich praktische Lösung.
Eine andere Kundengruppe sind die Frauen, die einfach Spass an einer Frisurenveränderung haben. Ist ja auch wirklich faszinierend, von einer Minute auf die andere eine traumhafte Langhaar-Frisur zu besitzen, ohne die eigenen Haare jahrelang wachsen zu lassen. Oder umgekehrt: Die eigenen langen Haare sind zum abschneiden einfach viel zu schade.
Das Angebot an orginellen, preiswerten und einfach zu handhabenden Haar-Accessoires ist heute so vielfältig, dass sich so viel “lässiges” daraus machen lässt. Auch hier ist die Motivation, nicht “immer gleich aussehen zu wollen”, ohne tiefer dafür ins Portmonaie greifen oder eigene Haare lassen zu müssen
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Die Römer
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Perücken waren zur Zeit der Römer (500 v. Chr. bis etwa 500 n. Chr.) besonders bei Frauen sehr beliebt. Durch Einstecken von Haarteilen oder kleinen, eingefärbten Haarsträhnen, wurde dem eigenen Haar mehr Pracht und Farbe verliehen.
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Die Ägypter
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Bei den Ägyptern (etwa 4000 bis 300 v. Chr.) trugen nicht nur Frauen, sondern auch Männer Perücken. Es waren pagenkopfähnliche, in kleine Zöpfe geflochtene Frisuren, die blockartig das Gesicht des Trägers umrahmten.
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Die Griechen
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Auch wurden Perücken mit Flechtfrisuren getragen, welche oft der griechischen Haarmode nachempfunden waren
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Das Mittelalter
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Im Mittelalter (1200 bis 1400) verlor die Perücke an Bedeutung. Junge Mädchen trugen das Haar offen . Bei den Frauen war es Sitte, Kopf und somit Haare mit einer Haube zu bedecken. Die Verhüllung des Haares war unter Hinweis auf den Apostel Paulus (1. Korintherbrief), Gebot und Symbol der Abhängigkeit vom Willen des Mannes. Er allein hatte das Recht, das entblösste Haupt seiner Gemahlin zu sehen.
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Die Renaissance
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Mit Beginn der Renaissance (1400 bis 1600) gewann die Frisur der Frau wieder an Bedeutung und das Haar wurde nicht mehr ganz unter einem Kopftuch oder einer Haube versteckt. Mit Hilfe von Zöpfen, Haarteilen und Goldschnüren entstanden zierliche Hochsteckfrisuren.
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Barock
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Während der Zeit des französischen Königs Ludwig XIII., welcher bereits in jungen Jahren sein Haar verlor, wurde die Allonge-Perücke für die Herren erfunden, welche auch gleichzeitig zum Kleidungstück erhoben wurde. Diese Perücken waren meist aus Menschen- oder Tierhaaren gefertigt. Unter Ludwig XIV. (Sonnenkönig) arbeiteten 48 Perückenmacher am Hofe.
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Fontange
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Die nach 1670 aufkommende Frisur à la Fontange, benannt nach einer Maitresse des Sonnenkönigs, wurde mit Hilfe von falschen Locken und Haarteilen in den vielfältigsten Varianten kreiert.
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Rokoko
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Das 18. Jahrhundert, auch Rokoko-Zeitalter genannt, war die Blütezeit der Perücke. Sie gewann während dieser Zeit an grosser Bedeutung und wurde zum Statussymbol sowohl für Frauen wie auch für Männer. Die Perücken dieser Epoche wurden vorwiegend in Büffelhaar (Yak) gefertigt. Die Farbe der Perücke war rohweiss und mit Hilfe von Reispuder wurde sie weiss, blau oder rosa eingefärbt.
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Hochrokoko
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Während des Hochrokokos (etwa 1750 bis 1780) wurden die Damenperücken sogar bis zu einer Höhe von 90 cm frisiert.
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Rokoko Herren
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Männer trugen meistens eine Beutel - oder Zopfperücke. Diese waren mit einer oder zwei Haarrollen auf der Seite frisiert . Mit dem Ausbruch der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts (1789 bis 1795) verlor die Mode und somit auch die Perücke an Bedeutung.
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Biedermeier
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Das Tragen von Haarteilen erfreute sich um die Biedermeier-Zeit (1820 bis 1848) wieder grosser Beliebtheit. Das eigene Haar wurde sehr anliegend am Kopf frisiert und mit Hilfe von Seitenlocken oder korbähnlichen Schlaufen zu einer kunstvollen Frisur gestaltet.
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